Von Muxía nach Ribeira

Der 08.06.2018 bot ein gutes Wetterfenster für eine Rundung des berüchtigten 'Cabo Fisterra'. Von 'Muxía', am "Cabo Fisterra" vorbei, ging es in die "Ria de Arousa" nach 'Ribeira'. War das Wetter am Cap noch schön gewesen, zog sich der Himmel im Laufe des Tages immer mehr zu. Trotzdem war es für uns ein toller Tag. Das berühmte Cap rundeten wir zwar bei stark bewölktem Himmel mit etwas Sonnenschein aber, was für mich besonders wichtig war, unter Segeln.

Der Wind war auf einem großen Teil unserer Strecke richtig toll. So kamen dann endlich mal wieder 22NM unter Segeln zusammen. Das war zwar nur ein Drittel der Gesamtstrecke, aber immerhin.

Die "Ria de Arouse" und auch die weiteren Buchten gelten als schönes Segelrevier. Die Bucht von 'Vigo' nenne man sogar die "spanische Karibik". Da ist schon etwas dran. Die vorgelagerten Inseln; bei Sonne sicherlich noch schöner.

Wir fuhren zwischen den Inseln durch in die "Ria de Arousa" und dann dort weiter in die kleine Bucht vor dem Yachthafen von 'Ribeira'. In den Yachthafen wollten wir eigentlich nicht. Am nächsten Tag sollte es für uns ja schon zwei Buchten weiter nach 'Vigo' gehen. Also ab in die nach Süden offene Bucht und der Anker fiel auf 5m Wassertiefe.

 

Doch wieder hatten wir die Rechnung ohne das Wetter gemacht. Entgegen aller Vorhersagen frischte dann am nächsten Morgen der Wind erheblich auf. Er kam ...

... genau aus Süd. Wir langen also auf "Legerwall" vor Anker. Die neusten Wettervorhersagen sprachen dann nun auch von am späten Vormittag zunehmendem und später starkem Wind aus südlichen Richtungen mit Dauerregen. Das war ... richtig Sch....

Mit dieser Wettervorhersage gab es für uns nur noch ein Ziel: Der nur wenige Meter entfernte Yachthafen von 'Ribeira'!

Kaum dort angelegt kam auch schon der Hafenmeister und meinte, dass er, wenn die erwarteten Schiffe einer Regatta noch einträfen, leider keinen Platz mehr für uns habe. Bis 16.00 Uhr wisse er Genaueres. Das Wetter war wohl zu schlecht. Die Schiffe kamen nicht und wir durften bleiben. Inzwischen hatte sich eine französische Yacht zu uns gesellt, die zuvor noch vor Anker neben uns lag. Auch ihrem Skipper waren die Windverhältnisse am Ankerplatz zu heikel geworden. 

Ansonsten waren wir nicht viel in 'Ribeira' unterwegs. Wind und Regen luden nicht wirklich zur Ortsbesichtigung ein. 

 

Von Ribeira nach Vigo

Früh legten wir am 10.06.2018 im Yachthafen von 'Ribeira' ab. Wir hatten die Wettervorhersagen für die nächsten Tage abgerufen und uns war klar geworden, dass wir am 10.06.2018 nach 'Vigo' mussten, um dann am 11.06.2018 weiter bis mindestens nach 'Povoa de Varzim' in Portugal zu kommen. Ansonsten war damit zu rechnen, dass wir in 'Vigo' einwehen würden. Wir wollten aber noch einige Tage mit Sven zusammen in 'Porto' verbringen, bevor er dann von dort aus am 15.06.2018  seinen Rückflug nach Deutschland antreten würde.

Das frühe Ablegen in 'Ribeira' sollte uns ein frühes Ankommen in 'Vigo' verschaffen, damit wir von der so viel gelobten Stadt auch noch etwas haben. Am Ende haben die paar Stunden für uns völlig ausgereicht. Wie es dann oft so ist; was die Einen toll finden, finden die Anderen nicht so schön. Uns hat 'Vigo' dann auch eher weniger gefallen.

Der Yachthafen war teuer und versnobt. Die Duschen waren bei dem "Real Club Nautico" im Schwimmbad mit untergebracht. Am Sonntag schloss dieses Schwimmbad, für welches wir vom Hafenbüro jeder extra einen eigenen Ausweis bekommen hatten, aber schon um 15.00 Uhr. 

Wir waren leider an einem Sonntag dort und bekamen die Information gegen 14.45 Uhr. Duschen war somit für uns nicht mehr möglich. 

Naja, der Stadtspaziergang war dann doch noch ganz schön und der Blick von der alten Burg aus über die Bucht und die Stadt war schon toll.

 

Von Vigo nach Porto

Am 11.06.2018 haben wir die Bucht von 'Vigo' und kurze Zeit später Nord-Spanien verlassen. Wir erreichten Portugal. Vorbei an 'Viana do Castlo' und 'Povoa de Varzim' sind wir am Abend in die 'Marina Porto Atlantico' in 'Leixoes' eingelaufen. Die Boxengasse zu den Gäste-Liegeplätzen war sehr eng, der Wind machte es nicht leichter und wir gaben den Versuch in eine Box einzulaufen auf. Am Warteanleger direkt in der Einfahrt zum Yachthafen durften wir fest machen. Der Platz sollte unser sein, bis ... ja bis zu unserer Entscheidung hier länger zu bleiben. Nun haben wir uns doch in eine der engen Boxen verholt und liegen gleich viel ruhiger. In der Hafeneinfahrt hatten wir häufig mit Schwell zu kämpfen.

Da die Gebühren in den südlicheren Yachthäfen in der Hauptsaison nahezu unbezahlbar sind, haben wir uns entschieden, nicht nur einen Monat, sondern gleich bis Ende September zu bleiben. Der Sommer ist hier auch schön und der Hafen deutlich günstiger.

Die Stadt Porto liegt ca. 12km entfernt und ist mit dem Fahrrad, oder aber mit Bus und/oder Bahn gut zu erreichen. 

'Porto' ist der Hammer. Eine tolle Stadt, mit tollen alten Gebäuden, netten Menschen und auf der südlichen Seite des 'Douro' mit vielen Portwein-Herstellern.

Wir werden, in der Zeit wo wir hier sind, die Stadt und Umgebung ausgiebig erkunden. Aber auch hier in 'Leixoes' ist es superschön. Der Strand grenzt im Norden direkt an den Yachthafen und der Ort bietet alles was man braucht. 

Einen tollen Fahrradweg nach Porto haben wir nun auch gefunden. Der erste Teil ist nicht so schön, da wir im Industriehafen über eine große Klappbrücke radeln müssen. Hinter der Brücke liegt der Ort Matosinhos. Eigentlich schon eine richtige kleine Stadt, mit vielen Geschäften und Restaurants. In den Restaurants an der Straße beim Fischereihafen werden täglich auf großen Grills Sardinen gegrillt. Da hier ein Restaurant neben dem anderen ist, zieht ein sehr appetitlicher Geruch durch die Straßen. Das macht schon auf dem Weg hungrig.

 

Kurz hinter dem Fischereihafen beginnt die Promenade und der lange bis zum Douro reichende Strand. Dort beginnt auch der Fahrradweg, welcher direkt an der Küste entlang führt. Teilweise neben der Straße, meistens aber auf einem Bretterweg neben dem Wasser, mit Strandabschnitten und Felsen. Einfach nur toll. Keine größeren Steigungen und ein traumhafter Blick auf's Meer.

 

Der Fahrradweg führt die letzten 3-4 km am Douro entlang bis zur Promenade in Porto. Da Porto am Hang liegt und dadurch viele Steigungen hat, haben wir unsere Fahrräder immer unten an der Promenade stehen lassen und die Stadt zu Fuß erkundet. Wir haben die vielen tollen Geschäfte angeschaut, uns an der Promenade in der Sonne ausgeruht und auf der südlichen Seite des 'Douro' eine Portwein-Probe gemacht. Langweilig wurde es nie. Wie oft wir in Porto waren? Ich habe es nicht gezählt; aber sehr sehr oft. Die Stadt hat einfach Spass gemacht und mit 28 km Hin- und Rückweg auf dem tollen Fahrradweg hatten wir jedesmal etwas Sport dabei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Evolutionskette des Menschen ist vor einem Museum in 'Porto' dargestellt. Ich habe sofort meinen Platz darin gefunden.

Tagestrip nach Espinho

Die Bahn macht's möglich; eine Kurztrip an der Küste entlang.

 

Südlich von Porto am Bahnhof von Miramar sind wir ausgestiegen und am Strand entlang bis nach Espinho gelaufen. Eine Kapelle direkt am Strand, Felsen und Wasser und Sand soweit das Auge reicht. Ein Bretterweg führt direkt am Strand entlang und erspart das mühsame Stapfen durch den Sand. Nach ein paar Stunden und mehreren Cafe'-Pausen haben wir Espinho erreicht. Der Weg war das Ziel und der hat sich gelohnt.

 

Mit der Bahn ging es dann zurück nach Porto.

 

Marina Porto Atlanico und Piratenfest in Leixões

Die 'Marina Porto Atlantico' war für vier Monate unser Zuhause.

 

Wir hatten dort einen guten und günstigen Liegeplatz, eine schöne Marina mit sehr sauberen Sanitär-Einrichtungen und haben viele nette Menschen kennen gelernt. Das ist das Tolle, wenn man länger an einem Ort bleibt.

 

An der kleinen Burg neben der Marina wurde kurz nach unserer Ankunft ein Piratenfest gefeiert. Da waren wir dabei. Mit anderen Seglern aus dem Hafen haben wir das Fest besucht und hatten riesigen Spass.

 

Nördlich der Marina, ca. 200 m entfernt erstreckte sich ein sehr schöner Standabschnitt mit toller Promenade. Daran lag dann auch der Supermarkt 'Continente', in dem wir meistens unsere Einkäufe gemacht haben. Günstig und gut, mit einem riesigen Warenangebot und Frische-Theken.

Von Porto nach Sao Miguel/Azoren

NEIN! wir sind nicht zu den Azoren gesegelt! Weil wir nun vier Monate in Leixões geblieben sind, haben wir uns entschlossen eine kleine Zwischenreise zu machen. Mit Ryanair von Porto nach Ponta del Garda auf der Azoreninsel Sao Miguel. Dazu aber mehr in der Rubrik "Zwischen-Reisen".

Von Leixões nach Peniche

Nun sind wir wieder gestartet. Nach vier Monaten in Leixões bei Porto, einer Zwischen-Reise zu den Azoren und einem längeren Aufenthalt in Hamburg mit wichtigen Terminen, ist Tharos seit dem 25. September wieder auf See. Nachmittags haben wir abgelegt und die nette 'Marina Porto Atlantico' verlassen.

Unter Segeln ging es aus dem Hafen hinaus auf den Atlantic.

Der Wind kam wie bestellt aus Nord. Ein bisschen schwach, aber trotzdem guter Segelwind. Die Sonne strahlte. Einfach herrlich. Das war Segeln vom Feinsten. Als die Nacht hereinbrach schlief der Wind ein. Wir waren auf See, weit vor der Küste von Figuera da Foz und machten es dem Wind gleich. Wir schiefen in wenig. Natürlich mit Unterbrechungen für den Rundumblick. Beliegen im klassischen Sinn ging nicht, da wir keinerlei Wind hatten. Wir ließen uns einfach mit dichtgeholtem, Großsegel treiben. Die Strömung, die vor der portugiesischen Küste von Nord nach Süd setzt, half uns ein wenig weiter in die richtige Richtung.

Am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang freuten wir uns mit den hoffentlich wieder einsetzenden und für die Jahreszeit an dieser Küste typischen Nordwinden weiter Richtung Süden zu segeln. Aber leider ist in diesem Jahr wohl alles anders. Die 'Norder' blieben aus. Der Wind kam sehr Schwach aus Süd. Mal wieder genau gegenan. Wir wollten uns das Seglen aber nicht verderben lassen. Also 'Am-Wind-Kurs' und kreuzen. Zunächst ein paar Stunden mit 240° auf Steuerbordbug. Dann eine Wende und mit 130° weiter auf Backbordbug. Doch der Wind meinte es gut mit uns. Er drehte über Süd-West auf West. So konnten wir ihm im Bogen folgen und hatten schließlich doch noch unseren Südkurs bis in die Nacht hinein. Dann war es vorbei mit Wind und wir ließen uns wieder treiben. Hatte sich das doch schon eine Nacht zuvor bewährt.

Nach ein paar Stunden Erholung zogen wir dann kurz vor Sonnenaufgang weiter auf unserem Kurs. Vorbei an Nazaré und über den dort im Meer vorgelagerten Tiefseegraben über 800m tiefes Wasser hinweg, mit dem Ziel Peniche. Leider hatte der Wind einen freien Tag. Wir mussten daher den Rest der Strecke unter Motor zurücklegen und erreichten am 27.09.2018 mittags den Hafen von Peniche.

Der Ort Peniche liegt auf eine Halbinsel, hat einen großen Fischereihafen und eine kleine Marina. Die Steilküste im Norden ist atemberaubend schön und schon mal eine kleine Einstimmung auf die noch vor uns liegende Algarve.

von Peniche nach Lissabon

Zwei Tage waren wir in Peniche. Auch wenn die Marina und der Ort nicht viel zu bieten hatten, war die Landschaft im Norden doch atemberaubend schön. Um die Strecke nach Lissabon an einem Tag zu schaffen, mussten wir früh los. Um kurz nach 05.00 Uhr legten wir am Morgen des 29.09.2018 in Peniche ab. Die morgendliche Dunkelheit war kein Vergnügen. Zwar sind die Lichter der Küste schön anzusehen, aber die unbeleuchteten Bojen der Fischernetze, die man tagsüber schon sehr schlecht sehen kann, sind im Dunkeln nicht zu erkennen. Die Netze befinden sich oft dicht unter der Wasseroberfläche und sind an Portugals Küsten leider reichlich vorhanden. Mit dem Kiel in einem solchen Netz hängen zu bleiben wäre schon sehr blöd, das Netz in die drehende Schraube zu bekommen und aufzuwickeln eine Katastrophe.Wir hatten bislang Glück und haben kein Netz erwischt.

Das schöne an einem solch frühen Start ist der Sonnenaufgang. Wenn der Himmel leicht zu leuchten beginnt, dann rötlich und golden wird und schließlich die Sonne am Horizont erscheint und ihre Wärme sofort spürbar die Kühle der Nacht vertreibt. Herrlich!

Unsere Segelversuche blieben an diesem Morgen mal wieder vergebene Liebesmüh. Erst am späten Vormittag, kurz hinter dem 'Cabo da Roca' nahm der Wind - wie in der WetterApp angesagt - zu und wir konnten segeln. Das dann aber richtig. Der aufgefrischte Nordwind wurde am Kap beschleunigt, erreichte 6 Bft. und wir liefen mit 6-7 Knoten vor dem Wind und den 2-3m hohen Wellen.auf 'Cascais' zu. Das war mal richtig schönes Segeln.

Leider war es damit dann Höhe 'Cascais' auch schon wieder vorbei. Der am Kap beschleunigte Wind ließ wieder nach und wir dümpelten mit 2,5 Knoten auf die Mündunge des 'Tejo' zu. Als wir die Mündung dann erreichten und stromaufwärts nach Lissabon fuhren hatte der Nordwind zwischen den Bergen wieder guten Anlauf und mit halben Wind und ordentlich Schräglage zischte der Bug durch Wasser. Die berühmte Brücke Lissabons, die 'Ponte de 25. Abril', die ein bisschen an die 'Golden Gate Bridge' in 'San Francisco/California' erinnert, lag vor uns. Doch lange konnten wir uns daran nicht erfreuen. Plötzlich heulte ein Alarm unter Deck los. Zunächst dachte ich an den Fehlalarm eines Rauchmelders, doch dann war der Schreck groß, es war der Bilgen-Alarm.

Das bedeutete: WASSER im Schiff!

Wir steuerten sofort gegen den Wind, um das Schiff aufzurichten und die Genua wegzurollen. Das klappte wie geübt. Danach steuerte Conny unser Schiff unter gerefftem Großsegel wieder auf Kurs und ich verschwand zur Ursachensuche unter Deck. Da wir eine geteilte Bilge haben musste ich zunächst heraus bekommen, ob der vordere oder der hintere Alarmgeber ausgelöst hatte. Ich schaltete zunächst den hinteren Geber aus. Nichts. Der Alarm lief weiter. Dann den vorderen Geber. Ruhe. Das bedeutete Wasser in der vorderen Bilge mindestes 5 cm hoch. Ich hob die Bodenplatte vor dem Niedergang an, räumte die in der Bilge gestauten Sachen heraus und sah das Wasser, welches ca. 5-10 cm hoch in der Bilge schwappte. So blöd, wie es sich anhört, aber der "Geschmackstest" brachte etwas Erleichterung. Den Finger ins Wasser getaucht und abgeleckt. Kein Salzwasser. Damit kein Leck. Das Wasser musste also von drinnen kommen. Undichter Wassertank? Nein. Es war Schwitzwasser. Während wir in der feuchten Region bei 'Porto' lagen hatte ich immer mal wieder das Schwitzwasser aus der hinteren Bilge abgesaugt. Die vordere Bilge hatte ich aber total vergessen. Bei der großen Schräglage auf Steuerbordbug, als wir den 'Tejo' hinauf segelten, war Schwitzwasser steuerbordseitig in der Bilge zusammengelaufen. Genau dort wo der Geber für den Bilgen-Alarm sitzt. Zusätzlich war bei der Schräglage noch Kondenswasser aus dem Kühlschrank ausgelaufen und zwischen den Bodenbrettern in der Bilge verschwunden. Da hat's dann dem Alarmgeber gereicht und uns einen riesigen Schreck eingejagt.

Nachdem die Ursache geklärt war und wir uns wieder beruhigt hatten, rollten wir die Genua wieder aus und segelten weiter den 'Tejo' hinauf. Der Wind hatte nun aber wieder etwas abgenommen, weil wir langsam hinter die Landabdeckung der Stadt kamen. Doch so langsam es auch voran ging, ich wollte unbedingt unter der berühmten Brücke hindurch segeln und nicht motoren. Das auflaufende Wasser half mit und so passierten wir die Brücke gegen 16.00 Uhr mit 4 Knoten. 

Unser Ziel war die Marina "Park of Nations", welche uns von anderen Seglern empfohlen worden war. Doch eine Anfrage über Funk brachte keine gute Antwort. Die Marina war ausgebucht. Kein Platz mehr für uns. Das war jetzt doof. Die Sonne ging langsam unter und wir hatten keine Lust bei Dunkelheit in einem der anderen Häfen nach einem Liegeplatz zu suchen. Also erstmal zurück Richtung Brücke. Dort gab es noch zwei Yachthäfen, wobei der kleinere, direkt unter der Brücke nicht wirklich Platz für unsere Schiffsgröße hatte. Außerdem waren die Fahrgeräusche der Fahrzeuge auf der Brücke dort sehr unangenehm laut zu hören. Aber zunächst lag die Marina "Doca de Alcantara" auf unserer Strecke. Durch die lange Hafeneinfahrt ging es erstmal vorbei an ein paar Hafenschleppern, Frachtschiffen und Fischerbooten. Dann liefen wir in den Yachthafenbereich ein. Für eine Anfrage über Funk war es schon zu spät, das Hafenbüro schon geschlossen. Also begannen wir mit der Suche nach einem Liegeplatz. Ganz langsam fuhren wir durch den Hafen. Es gab auch noch einige freie Liegeplätze, auch für unsere Schiffsgröße, sogar für Katamarane; doch überall hingen schon Festmacherleinen an den Klampen. Die Plätze waren somit belegt. Ganz hinten im Yachthafen wurden wir dann aber doch noch fündig. Conny erspähte einen freien Liegeplatz ohne Leinen in der hintersten Ecke am Steg; gerade lang genug für unser Schiff. Dort legten wir an und hatten zunächst für diese Nacht einen Platz gefunden.

Am nächsten Morgen erfuhren wir dann vom Hafenmeister, dass es tatsächlich der letzte freie Gäste-Liegeplatz in dem Hafen war. Wir durften bleiben. "Tharos" in Lissabon; schon ein tolles Gefühl!

Lissabon

Wir haben die Hauptstadt von 'Portugal' erreicht!

Wieder ein Meilenstein auf unserer Tour "Richtung Süden".

Hier blieben wir ein paar Tage länger. Nach 'Porto' die zweite Großstadt in 'Portugal'. Beide Städte sind schön, doch so verschieden. War 'Porto' die ruhige Stadt am 'Douro', so ist Lissabon die quirlige Großstadt am 'Tejo'. Alles wirkt hier irgendwie schneller, geschäftiger, trotzdem aber immer noch gelassen und freundlich.

Mit dem Fahrrad waren es vom Hafen aus nur ein paar Minuten bis ins Stadtzentrum. Dann ging es zu Fuß weiter über die Plätze, durch die Gassen und Fußgängerzonen und in die zahlreichen Geschäfte. Alles "Ausstellungen", wie Conny immer sagt. Ich bin manchmal einfach auf einer Bank sitzen geblieben und habe gewartet, bis Conny alle ihre "Schuh- und Klamotten-Austellungen" besucht hatte.

Vom Hafen in die andere Richtung kommt man nach 'Belem'. Dort steht das berühmte Denkmal von "Heinrich dem Seefahrer".

 

Alles keine Entfernungen mit dem Rad und wir waren im Nachhinein froh, dass wir in der Marina "Park of Nations" keinen Platz bekommen hatten. Mit dem Fahrrad sind wir einmal dort hin gefahren. Das war ganz schön weit weg von der Innenstadt und den Sehenswürdigkeit und die Strecke führte durch tristes Industriegebiet. Da konnte selbst die recht schöne Marina nichts rausreißen.

Tagestrip nach Sintra

Mit dem Zug ging es für uns nach 'Sintra'. Die kleine Stadt liegt nordwestlich von 'Lissabon', ist mit dem Zug sehr gut zu erreichen und eine echt Attraktion. Diese Kleinstadt diente in der Vergangenheit als Sommersitz der Könige und hat, neben einem netten Altstadtkern, in einem bewaldeten Gelände, bunte Herrenhäuser und Paläste, die zu besichtigen sind.

 

Dorthin haben wir uns von der Altstadt aus mit einem "TukTuk" fahren lassen. Vorbei an Villen und großen Gärten.

 

Dann stand ein Spaziergang durch die Parkanlage hinauf zu den Palästen an. Der Rückweg zur Stadt führte uns über mehrere Kilometer auf schmalen Pfaden wieder zur Altstadt. Eine echte Wanderung durch tolle Natur.

 

von Lissabon nach Sesimbra

Nach 10 Tagen in 'Lissabon' ging es am 10.10.2018 wieder recht früh am Morgen los und wir hatten Besuch. Mit an Bord war eine Freundin aus Frankreich, die einen Tag vorher von Bordeaux aus mit dem Flieger angereist war. Für unsere Freundin war es das erste Mal an Bord eines Segelbootes. Mit uns wollte sie ein paar Tage die Küstensegelei und die Hafenromantik erleben.

Zunächst war es nur eine sehr kurze Strecke, die wir auf dem 'Tejo' flußabwärts zurücklegten. Bis nach 'Belem'. Dort im Yachthafen neben dem Denkmal von "Heinrich dem Seefahrer" gab es eine Tankstelle und wir brauchten Diesel. Pünktlich um 07.00 Uhr waren wir zum Tanken dort. Die frühe Tageszeit lag an der Tide. Der Hafen bei 'Belem' ist bei Niedrigwasser grenzwertig für unseren Tiefgang und außerdem wollten wir mit der Ebbe in Richtung Mündung unterwegs sein, um den Strom ausnutzen.

Diese Rechnung ging auf. Nur der Wind fehlte mal wieder. Motor anstatt Segel. Naja, wir hatten ja gerade getankt.

Einen einstündigen Segelversuch haben wir dann an der Küste kurz vor 'Sesimbra' doch noch unternommen. Die fehlende Schräglage war sicher gut für unsere Freundin, doch die fehlende Geschwindigkeit über Grund war schlecht für unser Vorankommen.

 

Dann doch unter Motor, erreichten wir am frühen Nachmittag den Hafen von 'Sesimbra'. Wir haben es ganz bewußt vermieden in den doch recht kleinen Yachthafen zu fahren. Der vordere Hafenbereich war zwar Fischereihafen, aber dort war genug Platz für uns. Die Fischer hatten keinerlei Probleme mit unserer Anwesenheit; im Gegenteil wir waren herzlich willkommen. 'Portugal' eben; hier sind die Menschen einfach nur freundlich und irgendwie tiefenentspannt.

Da im Fischereihafen keine Schwimmstege waren und wir direkt an der Kaimauer lagen, kamen die Fenderbretter mal wieder zum Einsatz und wir mussten wegen des Tidenhubs an langen Leinen liegen. Das an Land oder auch an Bord kommen war bei niedrigem Wasserstand entsprechend schwierig. Dafür war die Atmosphäre im Hafen aber einfach klasse.

Ach ja, Liegegebühr wurde hier nicht fällig.

Zwei Tage blieben wir in 'Sesimbra' besuchten den Ort und wanderten zur Burg und genossen die Ruhe im Fischereihafen.

von Sesimbra nach Setubal

Am 12.10.2018 haben wir am späten Vormittag den Fischereihafen von 'Sesimbra' verlassen und die kurze Strecke nach 'Setubal' unter Motorkraft zurück gelegt. Es war mal wieder nur schwach windig; zum Segeln viel zu wenig. Das war aber diesmal nur die Ruhe vor dem Sturm. Für den folgenden Tag war ein Sturm für die Region angesagt, der uns Angst machte. Es gab eine "Hurricane-Warnung"!

Ja richtig ,ein echter "Hurricane" der Kategorie 1 war angesagt. Dieser sollte irgendwo zwischen 'Sagres' und 'Lissabon' auf die Küste treffen. Genau der Bereich in dem wir waren. Der Hafen von 'Sesimbra' war uns zu unsicher. Im Yachthafen von 'Setubal' war es deutlich sicherer, doch der Hafenmeister hatte keine guten Nachrichten für uns. Wegen eines Hafenfestes waren alle Plätze ausgebucht. Auch der Platz, den wir noch gefunden und belegt hatten, war schon vergeben. Aber der Hafenmeister war angesichts der Wettervorhersage sehr bemüht und wollte sich noch mal telefonisch rückversichern, ob die angemeldete Yacht auf wirklich kommen würde. Dann doch gute Nachrichten. Wir durften bleiben. Der Skipper der anderen Yacht wollte sich im Anbetracht des angesagten Sturmes nicht von 'Lissabon' auf den Weg machen. Unser Glück.

 

Die Kleinstadt 'Setubal', an einer gut geschützten großen Bucht gelegen, war einer der schönsten Orte unserer Reise. Eine tolle Markthalle, nette Gassen, viele kleine urige Geschäfte und ein schöner Hafenbereich. Wir haben uns in diese Stadt richtig ein bisschen verliebt. Zudem war am Abend vor dem Sturm auch noch ein Hafenfest.

Warten auf Hurricane "Leslie"

Ein Hurricane der Kategorie 1 auf Abwegen. Entgegen der üblichen Zugrouten war dieser Hurricane in Richtung Südportugal unterwegs. Die Vorhersagen machten Angst. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 km/h kam da ein echter Hurricane in unsere Richtung. Damit hatten wir in diesem Gebiet niemals gerechnet. 

Glücklicherweise konnten wir uns im sichersten Hafen der Region verstecken; in 'Setubal'. Doch die Angst vor dem Ungewissen blieb. Einen solchen Sturm hatten wir in unserem Leben noch nie mitmachen müssen. Andauernd schauten wir in die verschiedenen WetterApps und ins Internet, um die neusten Informationen zu erfahren.

Das Schiff hatten wir gesichert. Insgesamt 9 Leinen ausgebracht, sowohl zum Steg, als auch zu zwei Pfählen.

 

Alles, was vom Wind irgendwie hätte losgerissen werden konnen, hatten wir entweder verstaut oder zusätzlich angebunden. Nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung mit Verhaltensanweisungen für die möglichen Gefahrensituationen, die selbst hier im Hafen würden auftreten können, waren besprochen. Dann hieß es warten.

 

Nur wenige Stunden bevor "Leslie" die portugiesische Küste erreichte, änderte er nochmal seine Richtung und zog auf der offenen See weiter nördlich als zunächst vorhergesagt. Auch schwächte er sich etwas ab und galt nun nur noch als "Tropical Storm". 

Nur noch ... als er dann etwas nördlich von 'Lissabon' auf Land traf, wurden dort Windgeschwindigkeiten von 172 km/h gemessen.

Wir hatten riesiges Glück. Durch die Richtungsänderung von "Leslie" bekamen wir nur seine südlichen Ausläufer zu spüren. Bei uns waren die Spitzenwerte um die 40 Knoten; Windstärke 8 in Böen 9 Bft. Der Schwell mit ca. 1m Wellenhöhe hat unser Schiff aber trotzdem mächtig an den Leinen zerren lassen.

Nach zwei Stunden war der Spuk auch schon wieder vorbei. Alles gesund und heil geblieben.

 

"Tharos" und Crew haben den Sturm gut überstanden.

von Setubal nach Sines

Nachdem uns unsere Freundin aus Frankreich in 'Setubal' wieder verlassen hatte, mit dem Zug nach 'Lissabon' gefahren und von dort zurück nach 'Bordeaux' geflogen war, blieben wir noch ein paar Tage in der zauberhaften Stadt. Am 19.10.2018 hieß es dann aber für uns: "Leinen los!" ; Ziel: 'Sines'

 

Nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zur Algarve, war für uns der Hafen von 'Sines'. Nur eine Übernachtung ein kurzer Abendspaziergang, das war's. Viel zu bieten hatte der Ort ohnehin nicht.

 

von Sines in die Bucht 'Braia de Baleeira' bei 'Sagres'

Früher Start in 'Sines' bei Dunkelheit in Richtung Süden, ein ungutes Gefühl wegen der vielen Fischernetze fährt mit, unter Motor, weil der Wind mal wieder nicht mitspielt.

 

Eine Strecke von 65NM fordert den frühen Aufbruch, da wir die Bucht bei 'Sagres' noch vorm Dunkelwerden erreichen wollen.

Das Wetter verschlechterte sich auf der Strecke immer mehr. Es wurde kühl und der Himmel war stark bewölkt. 

 

Am Ankerplatz in der 'Braia de Baleeira' hinter 'Sagres' erwischte uns dann, kurz nachdem der Anker gefallen war, auch noch ein heftiger Regenschauer. Der Schwell in der Bucht war ziemlich stark und extrem anstrengend.

 

Ein Regenbogen entschädigte für die schlechten Ankerbedingungen. 

 

In der Nacht wurden wir vom Schwell mächtig durchgeschaukelt. Kein Ort um länger zu bleiben.

 

Am nächsten Morgen zogen wir weiter die Küste der Algarve entlang in Richtung Osten.

von der 'Braia de Baleeira' zum 'Rio Alvor'

Nun hatten wir die 'Algarve' erreicht. Eine traumhafte Küste,. mit tollen Felsformationen, umspült von herrlich blauem Wasser. 

 

Wir fuhren dicht unter der Küste entlang und konnten es kaum glauben. Wir sind an der 'Algarve'. An der atemberaubenden Küste Südportugals konnten wir uns kaum satt sehen. 

 

Vorbei an 'Lagos' ging es für uns in die Mündungs-Bucht des 'Rio Alvor', wo wieder unser Anker fiel. Hier wurden wir für die unruhige Nacht zuvor entschädigt. Wir lagen auf 3m Wassertiefe in absolut ruhigem Wasser.

 

Herrliches sonniges Wetter und eine traumhafte Landschaft luden zum Verweilen ein. Zwei Tage blieben wir hier und genossen die Ruhe und die Einsamkeit. Wieder mit Regenbogen.

vom 'Rio Alvor' nach Portimao

Wir sind angekommen!

In 'Portimao' an der 'Algarve' wollen wir 'überwintern'. Die nächsten 6 Monate bleiben wir hier in der "Marina Portimao". 

Der Yachthafen ist eine echte Luxus-Marina. Eine großzügige sehr gepflegte Anlage mit einem Hotel in der Mitte. Alle Einrichtungen hier sind vom Feinsten. Wenn auch nicht ganz günstig, trotzdem ein tollen Platz die Wintermonate zu verbringen.

Ende April 2019 soll es für uns weitergehen. Allerdings ist eins schon mal sicher:

Die 'Algarve', mit ihrer schönen Küste, den tollen Buchten, dem Grenzfluß 'Guadiana' und weiter die spanische Küste 'Costa de la Luz' bis nach 'Cadiz' sollen für eine längere Zeit unser Segelrevier werden. Vielleicht machen wir von hier aus auch mal eine Tour nach Marokko. Liegt ja gleich gegenüber.