Von La Coruña nach Muxía

Die Biskaya liegt nun hinter uns. Mit 'La Coruña' haben wir sie nun verlassen. Rückblickend war es toll die Biskaya innen entlang gefahren zu sein. Tolle Landschaften, Städte, Orte, Häfen und nicht zu vergessen die tollen Menschen, die wir kennenlernen durften. Der Weg entlang der nordspanischen Küste war allerdings auch zäh. Der Wind und die Welle kamen, wie sollte es auch anders sein, immer aus Westen, also genau gegenan. Das Wetter hat sich dann in diesem Jahr auch noch von seiner ungemütlichen Seite gezeigt und die meisten Tage an diesem Küstenabschnitt kühl und regnerisch gestaltet. Soll aber auch nicht ungewöhnlich sein, wie wir von Einheimischen erfuhren. Deshalb beginnt die Saison in den meisten nordspanischen Yachthäfen auch erst im Juni. Die Frage ist eigentlich überflüssig, aber die Antwort vielleicht für Andere interessant:  Würden wir diese Strecke nochmal so wählen?

Ich "ja", denn ich möchte keinen der von uns angelaufenen Häfen missen. Jeder Ort hatte irgendwie etwas ganz Eigenes und Besonderes. Conny sagt, dass sie die Strecke so nicht noch einmal machen, sondern deutlich abkürzen würde. Von 'Camaret sur Mer'  oder 'Lorient' rüber über die Biskaya nach 'La Coruña'; oder aber spätestens von 'La Rochelle' aus rüber nach 'Gijón'.

 

Naja, nun liegt die Biskaya in unserem Kielwasser und das "Ende der Welt" vor uns. Ein guter Hafen um auf günstige Wetterbedingungen zur Rundung des berühmten "Cabo Fisterra" zu warten ist 'Muxía'.

Genau da fuhren wir am 06.06.2018 hin. Allerdings wurde unser früh geplanter Start durch eine englische Motoryacht ausgebremst. Dachten wir doch, dass wir um 08.00 Uhr morgens in der "Poolposition" für die Tankstelle in 'La Coruña' wären. Doch eine englische Motoryacht fuhr bereits um 07.30 Uhr an unserem Liegeplatz vorbei; Ziel Tankstelle. Ich ahnte Schlimmstes. Es bewahrheitete sich. Die Wartezeit wurde uns über Funk zunähst mit 30 Minuten und kurze Zeit später dann mit einer Stunde beziffert. Die Motoryacht hatte Durst. Ca. 10.000 Liter sollten hinein. Das dauert!

Mit gut zwei Stunden Verspätung kamen wir, nach unserer Betankung (130 Liter), los. Natürlich bei kühlem regnerischen Wetter. Der Tag versprach mal wieder anstrengend bis blöd zu werden. Segeln hielt sich mit einer Stunde und 4NM dann auch in Grenzen. Die hohe lange Atlantic-Welle kam genau von Steuerbord und brachte "Tharos" trotz stützendem Großsegel mächtig ins Schaukeln. Mir bekam das diesmal irgendwie gar nicht gut. Leichtes Unwohlsein steigerte sich zu leichter Überkeit. Vitamin C half nun doch nicht mehr so gut und ich griff zum "Kaugummi gegen Seekrankheit" das ließ dann zwar die Übelkeit verschwinden, aber auch gleich eine Krone von meinem Backenzahn. Das Ding hing plötzlich im Kaugummi. Glücklicherweise habe ich die Krone nicht durch Zubeissen verbogen und auch nicht verschluckt oder verloren, aber das blöde Ding war ab. Der Zahn war nun schutzlos und leicht schmerzempfindlich. Wenn ein Tag schon blöd beginnt ...

Ich hoffte darauf, das es in 'Muxía' einen guten Zahnarzt gab, der mir helfen konnte. Es gab! Im Yachthafen kümmerte man sich nicht nur um einen guten Liegeplatz für uns, sondern machte auch gleich einen Termin beim Zahnarzt für mich. Am nächsten Morgen um 10.00 Uhr war ich dort, um 10.30 Uhr war die Krone wieder auf dem Zahn. Danke an das Hafen-Team und den Zahnarzt!

Auf ein günstiges Wetterfenster wartend blieben wir zwei Tage in 'Muxía'. Man hätte dort auch eine Woche bleiben können. Ein kleiner bezaubernder Ort mit tollen Landschaft drum herum. Doch für unseren Törn um das berühmte "Cap am Ende der Welt" passte das Wetter am 08.06.2018.

 

"THAROS" - Am Ende der Welt

Am 08.06.2018 war es soweit.

Wir hatten unser Wetterfenster.

Das berühmte "Cabo Fisterra" lag vor uns.

Hier sei, so glaubten die Spanier angeblich früher, die Welt zu Ende.

 

Naja, heute weiß man es genauer und nun ist hier nur noch der "Holzweg" von Bruder "Jacob" endgültig zu Ende. Das Glauben jedenfalls einige ganz hartgesottene Pilger und gehen den Weg bis zum Leuchtturm weiter um dann dort ihre Schuhe zu verbrennen. 

Für uns hatte das "Cabo Fisterra" allerdings doch auch eine besondere Bedeutung. Es ist halt ein berühmtes und teilweise vom Wetter her auch berüchtigtes Cap, aber vor allem war es für uns ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg "Richtung Süden". Von hier an war es für uns, mal von kleineren Abstechern in Buchten abgesehen, vorbei mit westlichen oder östlichen Kursen. Kurs Süd, war angesagt!

 

... weiter Richtung Süden ... in einer neuen Rubrik.