Wieder auf See

 
Von Vlissingen nach Zeebrügge 
 
Am 05.07.2017 haben wir mit der letzten Schleuse in Vlissingen die "Staande Mastroute" endgültig verlassen. Wieder auf See erwarteten uns dann auch gleich wieder Wellen und große Schiffe. Das war dann doch erstmal wieder eine Umstellung. Die 'Seebeine' waren uns etwas abhanden gekommen. 
Doch das Meer und der Wind waren gnädig mit uns und so ging es ganz moderat Richtung Zeebrügge in Belgien. 
Da der Wind mal wieder fast die ganze Strecke genau von vorn kam, blieb das Segeln, bis auf einen kurzen einstündigen Versuch, auf der Strecke. Motoren war angesagt. 
Am Nachmittag erreichten wir Zeebrügge und waren vom Ort enttäuscht. Kein Vergleich mit den Orten in Holland. Aber die Preise wesentlich höher. 
Am nächsten Tag ging es dann mit Bus und Fahrrad nach Brügge. Die Stadt ist echt sehenswert. 
Auf der Rücktour mit dem Fahrrad wurden wir dann von einem Gewitter mit Starkregen überrascht und waren klatschnass. 
 
Von Zeebrügge nach Calais
Freitag den 07.07.2017 liefen wir früh morgens aus dem Hafen Zeebrügge aus. Der Wind war mal wieder stärker als vorher gesagt und wieder genau gegen an. Auch die Wellen waren mit 1,5m sehr anstrengend. Wieder ging es nur unter Motor voran. 
Eigentlich wollten wir nur bis Dunkerque/F fahren, aber als der abflauende Wind dann doch noch etwas Segeln zuließ und die Wellen niedriger wurden, entschieden wir uns bis nach Calais/F weiter zu fahren. Wir wollten vor unserer für den 17.07.2017 geplanten zehntägigen Reiseunterbrechung noch erwas Strecke machen, damit uns nicht irgendwann unterwegs der Sommer davon zieht. 
Gegen Abend liefen wir in den Hafen von Calais ein. Da wir bei Niedrigwasser ankamen, war der Yachthafen durch ein Lock geschlossen, um dort drinnen den Wasserstand zu halten. Im Vorhafen wollten wir die Wartezeit an einer Mooringboje verbringen... und dann ist es passiert! 
Conny hatte gerade die Leine durch die Öse der Mooringboje gezogen, als das Schiff plötzlich nach hinten versetzt wurde. Die Leine kam so schnell stramm, das Conny mit dem linken Daumen zwischen Leine und Klampe geriet. Hierbei wurde die Daumenkuppe ihres linken Daumens trotz Handschuh so stark gequetscht, dass ich über Funk einen Krankenwagen rufen musste. Ich fuhr dann noch einen Notanleger an einem Fischerboot. Von dort wurde Conny von der Rettungskräften von Bord geholt und ins Krankenhaus von Calais gebracht, wo sie dann am Samstag operiert wurde. 

 

Wir werden nun unsere Reise bereits in Calais unterbrechen und nach Hamburg kommen. Das Schiff bleibt hier im Yachthafen von Calais für längere Zeit liegen. Wie lange wissen wir noch nicht. Ob wir weiter machen, wissen wir auch noch nicht. Erstmal muss Conny wieder gesund werden.