Von Amsterdam über Haarlem und Gouda nach Dordrecht 

 

Nach einer Woche Amsterdam sind wir am Montag den 26.06.2017 zumächst nur bis Haarlem gefahren.

 

Eigentlich wollten wir im Stadthafen nur die Mittagspause der zweiten Brücke abwarten.

 

Da wir aber mitten in der Altstadt lagen haben wir uns entschieden, am Liegeplatz zwischen zwei Brücken über Nacht zu bleiben. So konnten wir die Stadt Haarlem erkunden und waren begeistert. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Dienstag ging es dann weiter bis Gouda. Die Käsestadt ist zwar auch sehr schön, aber Haarlem war besser. Einen offiziellen Liegeplatz konnten wir leider nicht finden und so haben wir für zwei Nächte an einem Anleger vor der Schleuse  festgemacht.

 

Am Donnerstag Morgen kam dann die Polizei und hat uns gebeten dort wegzufahren.

 

Das passte gut, denn wir wollten ohnehin gerade los. 

 

 

 

 

 

Donnerstag Nachmittag sind wir in Dordrecht, der ältesten Stadt Hollands, angekommen. Durch eine enge Einfahrt mit enger kleiner Klappbrücke, sind wir in den "Nuiewe Haven" mitten in der Altstadt eingelaufen. Dort haben wir dann versucht in eine Anlegebox zu kommen. Das hat nicht geklappt. Der Platz davor war zu eng zum Eindrehen und der Wind hat den Bug immer wieder weggeschoben. So mussten wir dann mühsam zurück bis zur Brücke, drehen und dann längseits an einem anderen Schiff festmachen. Das war anstrengend. Manchmal wünsche ich mir dann doch, ein Bugstrahlruder zu haben. 

 

 Von Dordrecht nach Willemstad

 

Am Montag den 03.07.2017 haben wir Dordrecht verlassen und sind, nach einem kurzen Tankstopp, die "Staande Mastroute" weiter Richtung Süden gefahren. Der Wind war mal wieder stärker als angesagt. Mit 6-7 Bft. hat er uns auf die Nase geblasen und im "Hollands Diep" unangenehme Wellen aufgebaut. Da der Wind bis in die Nacht hinein so bleiben sollte, haben wir uns in Willemstad in den Stadthafen verkrochen.

 

Hier liegen wir nun mal wieder mitten in Altstadt eines kleinen bezaubernden Ortes. 



Von Willemstad nach Vlissingen

Direkt hinter Willemstad liegt eine Schleuse, die wir am 04.07.2017 um 11.40 Uhr, mit geschätzt 20 anderen Yachten passieren wollten. Treu folgten wir den Schildern mit der Aufschrift "Sport" in die kleinere Schleusenkammer.  Nach der Einfahrt - wir lagen mitten drin in dem Yachtgewusel - habe ich den Schleusenwärter über Funk angesprochen und gefragt, ob die Klappbrücke für die Ausfahrt geöffnet wird. Die Anwort war "Nein". Als Hinweis erhielt ich noch die Aussage, dass die Brücke eine Durchfahrtshöhe von 18,50m habe. Na toll. Unser Mast hat eine Höhe von irgendwas um 18,50m. Bei der Ausfahrt haben wir, und der Schleusenwärter, schwitzend zur Mastspitze geschaut. Ganz, ganz langsam fuhren wir unter die Brücke. Es passte. Aber viel Platz war da nicht mehr. Vielleicht noch 20cm. 
Dann ging es weiter auf der "Staande Mastroute" Richtung Middelburg. Und dann ... Noch eine Schleuse mit fester Brücke. Diesmal brauchte ich gar nicht über Funk nach der Höhe zu fragen. Die stand in großen Leuchtziffern dran: 18,40m. Das konnte doch nicht wahr sein. Noch niedriger. Also wieder ganz, ganz langsam. Es passte wieder. Aber da war nun wirklich nicht mehr viel Platz. Nun wissen wir, dass unsere Masthöhe 18,30m über der Wasserlinie ist. 
Die restliche Strecke bis Mittelburg diente dann der Entspannung. 
In Middelburg haben wir dann an einem Warteanleger vor einer Drehbrücke, die erst am nächsten Morgen um 08.37 Uhr wieder öffnen sollte, angelegt, um dort zu Übernachten. Wir waren gerade unter Deck, da klingelte es draußen an der Brücke und das Signal stand auf Rot/Grün (Vorbereitung). Also wieder ablegen und weiter. Das passierte nun bei jeder weiteren Brücke und da es dazwischen keine Anleger für uns gab, drängten uns die Brückenöffnungen bis nach Vlissingen, wo wir dann um 22.00 Uhr einfach im Fischereihafen angelegt und kostenlos genächtigt haben. 
Am Mittwoch den 05.07.2017 haben wir dort um 09.30 Uhr abgelegt und sind durch die letzte Schleuse der "Staande Mastroute" gefahren. Damit war die "Staande Mastroute" durch Holland in unserem Kielwasser. Rückblickend können wir sagen, dass diese Route ein absolutes Highlight war. Am schönsten war der erste Teil von Delfzijl bis Lemmer, weil die Kanäle hier schmal und gewunden waren und mitten durch viele kleine bezaubernde holländische Dörfer führten. Aber auch der zweite Abschnitt hinter Ijsselmeer/Markermeer war einfach nur klasse. 

Nachdem wir in Vlissingen durch die letzte Schleuse und wieder auf offener See waren, setzten wir die Segel. Unter "Vollzeug" ging es bei 3 Bft. mit ca. 5 Knoten nach Zeebrügge in Belgien. Aber das ist eine andere Rubrik auf unserer Reise "Richtung Süden".