Von Calais nach Boulogne-sur-Mer

Am Freitag den 11.08.2017 ging es endlich weiter. Conny hatte sich in den letzten Wochen gut erholt und nachdem wir mit einem "Flix-Bus"-Marathon von Hannover über Paris wieder beim Schiff in Calais angekommen waren, haben wir uns entschlossen weiter zu segeln.

Zunächst haben wir nur eine kurze Strecke nach Boulogne-sur-Mer gemacht. Also quasi nur um's Eck.

In Boulogne-sur-Mer hatten wir einen schönen Liegeplatz im Yachthafen. Die Altstadt war nicht weit entfernt und zu Fuß sehr gut zu erreichen. Das Wetter war auch toll und so war es ein rundum gelungener Neustart.

Von Boulogne-sur Mer nach Dieppe

'Lauf niemals mit einem Schiff an einem 13. aus, das bringt Unglück!'

Naja, wir haben uns an diesen alten Seemanns-Aberglauben nicht gehalten und sind am Sonntag den 13. August weiter nach Dieppe gefahren. Ich schreibe hier 'gefahren', denn unser einziges Pech, dass wir an diesem Tag hatten war:

Kein Wind!

Also nix mit segeln. Motoren war angesagt. Wir hatten zwar Groß und Besan gesetzt, die Lappen dienten aber nur als Stützsegel.

Irgendwann nach 8 Stunden kamen dann die weißen Klippen kurz vor Dieppe in Sicht. Dover kann man sich echt sparen; die Klippen hier sind genauso schön.

 

In Dieppe lagen wir dann an einem Steg direkt neben der Hafenmauer. Ein sehr enger Liegeplatz. Glücklicherweise haben die dort Schwimmstege, die sich mit der Tide bewegen. Der Tidenhub von 8,5m ist in Dieppe schon beeindruckend. Da fließt eine Menge Wasser bei Ebbe und Flut hin und her. Die Strömungen im Hafen sind entsprechend stark.

 

Letztes Jahr um diese Zeit waren wir, nach unserer Schottlandtour, mit dem Bulli in Dieppe und haben noch davon geträumt, mal in diesen Hafen, mitten in der Stadt, mit Tharos einzulaufen. Diesen Traum hatten wir uns nun erfüllt. Ein echt tolles Gefühl.

 

Von Dieppe nach Cherbourg

Seit gestern, Dienstag den 15.08.2017, sind wir in Cherbourg.

In Dieppe sind wir am Montag den 14.08.2017 um 16.30 Uhr in die Nacht hinein für die 108NM lange Route gestartet, um die günstige Strömung Richtung Westen auszunutzen. Zunächst ging es unter vollen Segeln mit der Strömung gut voran. Dann schlief der Wind ein. Naja war ja auch Nacht, da darf man schon mal schlafen. Nur wir nicht. Also Motor an und weiter. Dann auf halber Strecke hat uns ein heftiges Gewitter mit Starkregen geärgert. Völlig durchnässt und frierend mussten wir den Rest der Strecke weiter fahren. Natürlich unter Motor. Der nun aufgekommene Wind kam natürlich genau gegenan und brachte bei unseren nassen Klamotten nur Kälte. 

Am frühen Nachmittag des 15.08.2017 haben wir dann durchgefroren endlich Cherbourg erreicht. Hier schien die Sonne und es war warm. Welch eine Wohltat. Eine nette Begrüßung. 

In Cherbourg werden wir jetzt eine Woche bleiben. So lange dauert es laut Wettervorhersage, bis sich hier günstger Wind für die Weiterfahrt zu den Kanalinseln einstellt. Leider ist der Wind für diesen Teil der Strecke extrem wichtig, da sich bei ungünstigem Wind zwischen den Kanalinseln eine gefährliche See aufbauen kann. Also, warten. 

'Der geduldige Segler hat immer den richtigen Wind!'

 

Mit den Klapprädern haben wir Stadt erkundet. Viele kleine nette Gassen mit den so typischen französischen Bistros und Läden gab es hier, in der Stadt des 'Napoleon Bonaparte'.

 

Conny hat, während ich am Fischereihafen die Sonne genossen habe, ein Regenschirm-Museum besucht und war total begeistert.

 

Der Yachthafen hat alles geboten. Allerdings lagen wir an Steg 'H' und damit nicht nur in der 'Pool-Position', sondern auch am weitesten von den Hafeneinrichtungen entfernt. So haben wir schon innerhalb des Hafens immer die Fahrräder benutzt, um mal eben zur Dusche, Toilette oder ins Hafenbüro zu kommen.

 

Eigentlich wollte ich hier im Hafen einen fälligen Ölwechsel an Motor und Getriebe machen, aber es war weder bei den vier ansässigen Schiffsausrüstern, noch an einer der umliegenden Tankstellen das richtige Öl (10W40 Mineralöl; nicht synthetisches Öl) zu bekommen. So blieb es bei einem Ölwechsel am Getriebe; der Motor muss warten.

Als ich mit unserem Freund Sven telefonierte und von der 'Öl-Krise' berichtete bot er an, uns das Öl zu besorgen und Conny's Cousine mitzugeben, da wir die und ihren Mann Albrecht in Roscoff treffen wollen. Superidee!

Von Cherbourg/F nach Guernsey/GB durch das 

'Race of Alderney'

Am 22.08.2017 sind wir morgens in Cherbourg/F gestartet.

Das Timeing war heute extrem wichtig, da es durch das berüchtigte "Race of Alderney" ging. Wer hier zur falschen Zeit, bei falschem Wind und falscher Strömung ankommt, kommt nicht durch oder kann sogar die Hölle erleben. Die Gezeitenströme sind hier besonders stark. 

Wir waren exakt zur richtigen Zeit dort. Mit richtigem Strom und richtigem Wind ging es unter Segeln durch's "Race" zwischen Cap de la Hague und der Insel Alderney. Für knapp 40 Minuten waren wir mit 9 Knoten unterwegs. Dann waren wir durch und es ging mit 6 Knoten zur Kanalinsel Guernsey/GB weiter, wo wir nachmittags an einem Ponton im Vorhafen anlegten.

 

Der Ponton hatte keine Landverbindung. Um an Land zu kommen mussten wir das Dinghy benutzen; hat Spaß gemacht.

Der Hafen heißt passend "St. Peter  Port". 

 

Die Kanalinsel Guernsey schaut man sich am Besten vom Linienbus aus an. Die Linie 92 fährt einmal außen um die Insel herum. Pro Fahrt und Person zahlt man nur 1GGP (€1,11); steigt man aus, muss man bei der Weiterfahrt erneut zahlen. Die Fahrt um die Insel dauert ca. 1,5 Stunden und ist eine tolle Sightseeing-Tour.

 

Wieder in St. Peter Port, haben wir die Stadt zu Fuß erkundet. Hier ist alles typisch englisch. Die kleinen Läden und Gassen, die Leute und natürlich der Linksverkehr. Mittags um 12.00 Uhr wird hier ganz traditionell an der Hafeneinfahrt die 'Noon-Gun' abgefeuert. Ein Schuss aus der Kanone, der von Soldaten in alten Uniformen in einer immer gleichen Zeremonie abgegeben wird, sagt jedem in St. Peter Port: "is' Midddach!"

 

Auch die nächsten beiden Tage waren wir in St. Peter Port unterwegs. Der 24.08.2017 startete allerdings mit hochoffiziellem Besuch. Ein Zollbeamter kam zu uns an Bord. Typisch englisch, war er sehr korrekt und extrem freundlich. Das lief dann ungefähr so ab:

 

Der Zollbeamte in Uniform hatte sich von der Hafencrew mit einem Boot auf unseren Ponton, der keine Landverbindung hatte, übersetzen lassen. Er klopfte und wartete. Als Conny nach draußen ging wünschte er einen 'Guten Morgen' und stellte er sich höflich vor. Ich hörte dies und ging ebenfalls raus in die Plicht. Auch mir wünschte er einen 'Guten Morgen' und stellte er sich vor. Dies tat er mit einer typisch englischen ruhigen Zuvorkommenheit. Er sagte, dass er Zollbeamter sei und wegen der von mir gemachten Zollerklärung zu uns gekommen wäre. Dann bedankte er sich für die von mir sehr korrekt ausgefüllte Zollerklärung und fügte hinzu, dass er eine so umfangreiche und korrekte Zollerklärung noch nie erhalten habe. Es sei auch alles soweit in Ordnung und er habe  nichts zu beanstanden, doch müsse er eine Überprüfung durchführen, da wir in der Zollerklärung zwei Schreckschußwaffen als Signalwaffen aufgeführt hatten.

In typisch englischer Art entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten, die uns mit seinem Erscheinen und der Überprüfung entstanden waren, erklärte aber gleichzeitig in typisch englischer Korrektheit, dass er als Zollbeamter diesbezüglich seine Pflicht zu tun habe und die Waffen in Augenschein nehmen müsse.

Ich bat ihn an Bord. Hierfür bedankte er sich zunächst, bevor er das Schiff betrat. Ich zeigte ihm dann die beiden Schreckschusswaffen. Eine Pistole und einen Revolver.

 

Anmerkung von 'Schweinchen Schlau':

Beide Waffen haben eine Kennzeichnung 'PTB im Kreis'. Das heißt, dass diese Waffen in Deutschland erlaubnisfrei sind und von jedem der 18 Jahre oder älter ist, besessen werden dürfen. Zum Führen einer solchen Waffe, außerhalb der Wohnung oder des eigenen Grundstücks, benötigt man in Deutschland den sogenannten 'kleinen Waffenschein'.

 

Als der Zollbeamte die beiden Waffen, sowie die dazugehörige Munition und die Signalraketen gesehen hatte war er zufrieden. Er bedankte sich bei mir für die Koperation. Dann sagte er, dass nun seitens des Zolls alle Formalitäten erledigt seien. Da er aber selbst kein Waffenträger sei und sich mit Waffen nicht auskenne, müsse er nun die Polizei informieren. Er entschuldigte sich abermals für die damit für uns verbundenen Unannehmlichkeiten, aber es sei in diesem Falle seine Pflicht eine Meldung an die Polizei zu machen.

Er telefonierte dann mit seinem Handy; nicht aber ohne sich dafür zu entschuldigen, dass er nun erstmal telefonieren müsse.

Nach dem Telefonat bestätigte er mir, dass zwei Polizisten, die selbst Waffenträger seien, zu einer Überprüfung kommen würden. Er werde bis zu deren Eintreffen neben dem Schiff auf dem Ponton warten. Ich bedankte mich bei ihm und bot ihm eine Tasse Kaffee an. Weiterhin sagte ich ihm, dass ich pensionierter Polizeibeamter sei und zeigte ihm meine Mitgliedskarte der IPA (International Police Association). Nachdem er die Karte betrachtet hatte, entgegnete er, dass er normalerweise einen angebotenen Kaffee immer ablehne, da aber das Boot, welches ihn übergesetzt hatte, nicht da sei und er ohnehin noch auf die Polizei warten müsse, würde er heute mal eine Ausnahme machen und einen Kaffee nehmen. Wenn es keine Umstände mache, würde er den Kaffee gern stark und schwarz trinken. 

Während ich den Kaffee zubereitete, telefonierte der Zollbeamte noch einmal. Ich gab ihm den starken schwarzen Kaffee und wir warteten. Dann klingelte sein Handy und er sagte, dass er kurz weggehen müsse. Er ging dann zum äußersten Ende des Pontons. Einen Augenblick später kam ein Boot mit zwei Polizisten am Ponton an. Der Zollbeamte nahm die beiden Polizisten in Empfang und kam dann mit ihnen zu unserem Schiff. Ich hatte inzwischen die IPA-Flagge unter der Besan-Saling gehisst.

 

Die beiden jungen (wie Conny später sagte: 'äußerst knackigen') Polizisten stellten sich vor und baten die Waffen sehen zu dürfen. Ich bat beide an Bord. Als die Polizisten an Bord kamen, verabschiedete sich der Zollbeamte und bedankte sich für die korrekte Zollerklärung, die Kooperation und den Kaffee, den er leider nicht mehr ganz austrinken konnte, da er mit dem Boot, welches die Polizisten gebracht habe, wieder zurück müsse, denn er habe noch weiter dienstliche Tätigkeiten zu erledigen.

 

Die beiden Polizisten, selbst Waffenträger, kannten sich mit Waffen aus, ließen sich die Waffen zeigen und machten Fotos davon. Weiterhin wollten sie meinen Ausweis sehen. Ich zeigte ihnen zusätzlich meinen 'kleinen Waffenschein'. Alles wurde von ihnen genau überprüft, die Waffen zerlegt,wieder zusammen gesetzt und die Kennzeichnungen angeschaut. Dann fragte einer der beiden Polizisten, wo ich die Waffen an Bord aufbewahren würde. Ich zeigte ihm den großen Safe, in welchem ich die Waffen und weitere Signalmittel lagerte. Weiterhin zeigte ich ihm den kleinen Safe, in welchem die Munition, getrennt von den Waffen, aufbewahrt wird.

Hiervon war er sichtlich beeindruckt und sagte, dass er mit der Lagerung der Waffen und der Munition sehr zufrieden wäre. Seitens der Polizei gäbe es hier keinerlei Beanstandungen und es sein alles in Ordnung.

Nachdem damit der offizielle Teil beendet war, kamen wir zu einem kleinen Gespräch unter Kollegen. Der Zollbeamte hatte den beiden Polizisten bereits gesagt, dass ich mal Polizeibeamter war und die beiden hatten so einige Fragen. 

Nach dem Erfahrungsaustausch verabschiedeten sich die beiden Polizisten und ließen sich mit einem Boot von der Hafencrew zurück an Land bringen. 

 

Als damit alle Formalitäten erledigt waren, konnte der Tag beginnen und wir setzen noch einmal mit dem Schlauchboot über um einen letzten Tag in St. Peter Port zu verbringen. Bei der Hafencrew waren wir nun bekannt wie 'bunte Hunde', denn dort hatten alle mitbekommen, dass neben dem Zollbeamten auch noch zwei Polizisten bei uns an Bord waren. Irgendwie hatte sich auch herumgesprochen, dass ich zwei Waffen an Bord habe und dass ich pensionierter Polizist bin. Der Hafenmeister suchte dann auch gleich das Gespräch mit mir und berichtete, dass er mal als Rettungssanitäter tätig gewesen sei.

 

Nach unserem letzten Tag an Land, bereiteten wir am 25.08.2017 alles für unser Ablegen vor. Die Tide ausnutzend legten wir mittags in St. Peter Port ab. Als wir die Hafenausfahrt erreichten und uns direkt unter der Festung befanden, gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Es klingelte bei uns. Nicht nur in den Ohren, sondern auch im Kopf:

Es war genau Mittag; genau 12.00 Uhr; das war die 'Noon-Gun'. Welch ein toller Abschied von der Insel.

 

 

 

Von Guernsey/GB nach Roscoff/F

Von Guernsey/GB sind wir am Freitag den 25.08.2017, mit günstiger Tide, mittags abgelegt und haben uns auf den Weg nach Roscoff/F gemacht. 

Bei leichtem achtetlichem Wind haben wir das erste mal den "Parasailor" gesetzt.

Dieses Leichtwindsegel mit eingearbeitetem Paraflügel hält tatsächlich was es verspricht. 

 

Durch die mondlose Nacht hindurch, mit Treibenlassen bei Flaute und Schlafpausen, schafften wir es am 26.08.2017 gegen Mittag in Roscoff einzulaufen. 

 

Wie verabredet trafen wir uns hier noch am selben Tag mit Loretta & Albrecht und sie hatten eine Öl-Lieferung im Kofferraum ihres Autos. Das von Sven besorgte richtige Motor-Öl war nun an Bord. Das reicht für die nächsten zwei Ölwechsel. Eine tolle Idee hat super geklappt.

 

Roscoff ist eine bezaubernde kleine Hafenstadt, mit einem alten Hafen, der komplett trocken fällt und einer modernen Marina. Da ich nicht den Mut hatte, das Schiff an der Kaimauer festzumachen und dann trockenfallen zu lassen, sind wir lieber in die Marina gefahren. Später haben wir dann bei einem anderen Segelschiff gesehen wie es geht und uns vom Skipper Tipps für das Trockenfallen geben lassen.

 

Den ersten Besuch in der Hafenstadt haben wir gemeinsam mit Loretta & Albrecht in deren Auto gemacht.

 

Die beiden nächsten Tage sind wir dann vom Hafen aus mit den Fahrrädern nach Roscoff-Centrum gefahren., haben in den kleinen Läden gestöbert und bei schönstem Sonnenschein einen längeren Strandspaziergang gemacht. 

 

 

Von Roscoff zur Ile d' Ouessant

Ganz früh morgens (3 Uhr) haben wir am 28.08.2017 Roscoff verlassen. In die letzten dunklen Stunden der Nacht hinein. Zunächst sind wir außen um die Ile de Batz herum gefahren, bevor wir dann Segel setzen und Kurs Ile d' Ouessant anlegen konnten. Die Insel liegt genau an den Grenzen von Atlantik, Englischem Kanal (Ärmelkanal) und Biskaya.

 

Ich hatte geschlafen und Conny stand am Ruder. Plötzlich rief Conny irgendwas ganz aufgeregt. Ich hatte so tief geschlafen, dass ich zunächst gar nichts verstand, nicht wusste wo ich bin. Conny rief weiter irgendwas ganz aufgeregt.

 

Ich schreckte nun hoch, um zu schauen, war passiert war...    und dann verstand ich was Conny ganz aufgeregt rief:

 

Delfine!

 

Die ersten Delfine auf unserer Reise! Kaum hatten wir den Englischen Kanal verlassen und den Atlantik erreicht waren sie da!

Sie schossen neben dem Schiff durch das Wasser; unter dem Schiff durch, um gleich wieder auf der anderen Seite aufzutauchen; drehten sich auf die Seite, sodass wir ihre hellen Bäuche sehen konnte; sprangen aus dem Wasser und spielten mit der Bugwelle. Conny hüpfte zwischen Backbord und Steuerbord hin und her und wäre am liebsten auf beiden Seiten geleichzeitig gewesen, um ja nicht einen von den lustigen Gesellen zu verpassen.

Mit dem Handy und der Kamera habe ich dann ein paar Bilder und Videos gemacht.

Delfine am Schiff! Es war einfach nur Atemberaubend! 

 

Auch nachdem die Delfine uns verlassen hatten und weiter geschwommen waren, hatten wir nur ein Gesprächsthema: Delfine!

Immer wieder haben wir uns die Bilder und die kurzen Videos angeschaut und darauf gewartet, dass wieder welche zu uns ans Schiff kommen.

 

Gegen Abend haben wir die 'Baie de Lampaul' der 'Ile d' Ouessant' erreicht und bei kräftigem Wind an einer Mooringboje festgemacht. Natürlich hatte der Wind, entgegen aller Vorhersagen, pünktlich zum Anlegemanöver mal wieder deutlich aufgefrischt. Doch Conny hat das Schiff ganz präzise und langsam gegen den Wind bis neben die Mooringboje gesteuert. Ich brauchte mit unserem neuen 'Patent-Bootshaken' nur noch die Leine durch die Öse ziehen und belegen. Schon lagen wir fest und sicher. 

 

An Land kamen wir nur mit dem Schlauchboot. Mooringboje ist wie Anker; zwischen Schiff und Land ist viel Wasser.

 

In der Baie de Lampaul mit dem Schiff an einer Mooringboje zu hängen war zwar irgendwie toll, aber der in die Bucht setzende Schwell war doch sehr anstrengend. Das Boot schaukelte hin und her und hin und her. Unaufhörlich, manchmal bis zu 15° zu jeder Seite. Zum Kochen musste ich den halbkardanisch aufgehängten Herd entriegeln, damit dieser schwingen konnte und mir nicht die Pfanne vom Herd flog. Auch das Schlafen ist sehr unruhig. Man wird zwar in den Schlaf geschaukelt, allerdings nicht sehr sanft und dann wird man im Bett von einer Seite auf die andere gerollt; ob man will oder nicht.

 

Die Ile d' Ouessant war toll. Auch wenn der kleine Hafenort Lampaul nicht viel bot, so hatte er doch seinen Charme. Die Insel ist Natur pur. Steile Küsten, tolle Buchten, Heidelandschaft, kleine verstreute Häuschen, einen Flugplatz und mehrere Leuchttürme.

Da wir bei dem Schwell die Klappräder nicht mit dem Schlauchboot an Land bringen konnten, haben wir mehrere Wanderungen gemacht. Zunächst in Lampaul und der nächsten Umgebung, dann zur südlichen Spitze der Bucht und am nächsten Tag zum Leuchtturm von Stiff im Nordosten, wo man den berühmten Insel-Honig kaufen kann. Allerdings nur Donnerstags ab 13.30 Uhr.

Wir waren pünktlich!

 

Am 01.09.2017 waren Wetter, Wind und Welle (WWW) günstig. Noch an der Mooringboje setzten wir das Großsegel. Dann hieß es Leinen los und Kurs Richtung 'Biskaya'; aber das ist eine andere Rubrik.