Mai 2017 - Es geht los - Richtung Süden

 

Endlich los! Von Glückstadt nach Bremerhaven

 

Endlich, nach einem Jahr Verzögerung und einem Werftaufenthalt in Glückstadt von Ende April bis Ende Mai, sind wir am 28.05.2017 gestartet. Richtung Süden. Unsere erste Etappe hat uns die Elbe runter in die Nordsee und von dort weiter die Weser rauf bis nach Bremerhaven geführt.

 

 

Dort liegen wir nun im 'Neuen Hafen' an der Kaimauer direkt ggü. der Schleuse und vor dem Restaurant 'Pier 6'. Ein schöner Liegeplatz zu moderaten Preisen. (€18,- für 'Tharos' pro Tag)

Die Innenstadt mit Sehenswürdigkeiten, Einkaufszentrum und Fußgängerzone ist vom Liegeplatz nicht weit entfernt. Also Fahrräder von Bord und los geht's.

 

Von Bremerhaven über Hooksiel nach Borkum

 

Von Bremerhaven aus sind wir am 2. Juni die Weser runter um 'Mellum-Plate' herum und die Jade wieder rauf bis nach Hooksiel gefahren. Der Wind war zunächst sehr schwach und kam dann genau von vorn, sodass wir bis in die Jade nur motoren konnten. In der Jade hatten wir dann aber doch noch leichten Wind von Achtern und konnten unter Genua bis vor den Hafen von Hooksiel segeln. Im Vorhafen mussten wir ca. 1 Stunde auf die Schleuse warten. Nach dem Schleusen waren wir im 'Hooksmeer' und sind dort, hinter einer kleinen Insel, im Binnentief vor Anker gegangen. Der Anker fiel auf 3m Wassertiefe.

 

Gern hätten wir dort schon unsere Position auf der Homepage aktualisiert, aber leider waren wir an unserem Ankerplatz von jeglichem Mobilnetz und WLAN abgeschnitten.

 

In Hooksiel war Hafenfest im 'Alten Hafen'. Mit dem Schlauchboot haben wir uns mehrmals auf den ca. 4 km langen Wasserweg dorthin gemacht. Musik und Festbuden im Hafen und Ort. Ein tolles Fest bei schönem Wetter.

Während wir am Ankerplatz auf die 'SY SUSE' gewartet haben, verschlechterte sich das Wetter zunehmend. Als die 'SY SUSE am Montag den 05. Juni gegen Abend ankam, waren schon die Vorboten eines Sturmtiefs zu spüren. Am Dienstag legte der Wind dann los und steigerte sich bis Mittwoch auf Windstärke 7 bis 8. Wir mussten an Bord bleiben und schauen ob der Anker hält. Er hat gehalten. Der Wind zerrte am Schiff, das Schiff an der Ankerkette und das Wetter an unseren Nerven.

 

 

 

 

 

Am Donnerstag war dann alles wieder ruhig. Um 18.00 Uhr hieß es dann "Anker auf". Leichter gesagt, als getan. Der Anker hatte zwar im Sturm gut gehalten, saß nun aber richtig fest. Mit unserer neuen elektrischen Ankerwinde und etwas Motorunterstützung konnten wir den Anker aber doch relativ leicht ausbrechen und aufholen.

Gemeinsam sind wir dann um 19.00 Uhr mit der 'SY SUSE' durch die Schleuse in den Vorhafen gefahren und haben dort auf Hochwasser gewartet. Nachts um 01.00 Uhr ging es dann bei Nippzeit los und mit ablaufendem Wasser die Jade hinunter. Das Ziel stand noch nicht genau fest. Entweder die Insel 'Borkum', oder aber bei gutem Segelwind gleich weiter bis 'Den Helder/NL'.

 

Es wurde 'Borkum'. Der Wind war zum Segeln zu schwach, sodass wir die gesamte Zeit unter Motor fahren mussten. Zu allem Überfluss erwischten uns unterwegs auch noch ein paar Gewitter mit Starkregen. Kälte und Frust fällten dann die Entscheidung für den Hafen auf 'Borkum'. Bei dessen Ansteuerung kam dann plötzlich doch noch Wind auf. Leider zu viel. Der Wind legte auf 7 Bft. zu und die Einfahrt in den Hafen und das Anlegen wurden nochmal eine echte Herausforderung. 

 

Nun liegen wir seit Freitag den 09. Juni im Hafen von 'Borkum'. Der Wind hat sich gelegt und das Wetter ist schön; nur etwas zu kalt.

 

Da wir unterwegs viel mit Maschine gefahren sind, war hier auf Borkum, nach knapp über 50 Stunden Motorlaufzeit, der erste Ölwechsel am neuen Motor und Getriebe fällig. 

 

 

Von Borkum nach Delfzijl und dann weiter auf der "Staande Mastroute' durch Holland

 

Von Borkum ging es morgens am 13.06.2017 um 10.00 Uhr weiter Richtung Delfzijl die Ems rauf. Der Ableger in Borkum war sehr schwierig, weil uns der immer noch starke Wind, der uns schon beim Anlegen gefordert hatte, gegen die Pier drückte. 

Auf der Ems kam der Wind achterlich und wir konnten uns bis zur Einfahrt nach Delfzijl von der Genua ziehen lassen.

In Delfzijl ging es dann unter Motor weiter durch eine Schleuse in das holländische Kanalsystem. Hier beginnt die "Staande Mastroute". Auf den Kanälen, die zu dieser Route gehören, können alle Brücken geklappt oder gedreht werden. Man kann sie also mit "stehendem" Mast befahren.

 

Wir hatte zunächst bedenken wegen unseres Tiefgangs, hatten aber Infos bekommen, dass die Kanäle tief genug sein sollen. So war es dann auch, obwohl wir manchmal gerade noch die berühmte "handbreit" Wasser unter dem Kiel hatten.

An diesem Tag erreichten wir Groningen, wo wir mitten in der Stadt einen Liegeplatz fanden.

 

Nachdem wir abends die Innenstadt von Groningen zu Fuß und am nächsten Morgen mit dem Rad erkundet hatten, setzten wir am 14.06.2017 mittags unseren Weg Richtung Leeuwarden fort. Durch viele Brücken ging es durch die Innenstadt von Goningen und dann durch Wiesen und Felder weiter, bis ins "Lauwermeer". Dort übernachteten wir im Yachthafen "Oostmahorn".

 

 

 

 

Durch viele Brücken und kleine bezaubernde Orte, wie z. B. Dokkum fuhren wir am 15.06.2017 weiter und erreichten gegen Spätnachmittag Leeuwarden. Wir hatten erst überlegt zu bleiben, fuhren dann aber doch noch weiter. Durch die Stadt hindurch ging es noch ein Stück Richtung "Sneekermeer". Nach 20.00 Uhr werden die Brücken nicht mehr geöffnet und wir suchten uns irgendwo im Kanal einen Liegeplatz für die Nacht. Gar nicht so einfach, da die Kanäle am Rand dann doch sehr flach wurden und wir nicht bis ans Ufer heranfahren konnten. So waren die meißten dort befindlichen Anleger für uns unerreichbar.

 

 

Wir haben dann letzendlich an einem Anleger festgemacht, wo Binnenschiffe die häufig darauf mitgeführten Privatautos abladen können. Das brachte uns dann auch gleich ein paar Belehrungen von vorbeifahrenden Binnenschiffern ein, die uns signalisierten, dass wir dort nicht liegen dürfen. Aber für eine Nacht war es wohl OK.

Am 16.06.2017 mussten wir dann um kurz nach 10.00 Uhr Hals über Kopf ablegen, weil ein Binnenschiff den Platz haben wollte. Der Wind, der die letzten Tag ganz ruhig gewesen war, hatte mal wieder stark aufgefrischt. Bei Windstärke 6-7 macht es mit unserem Schiff auf engem Raum keinen Spaß mehr zu fahren. Höchste Konzentration ist dann erforderlich, insbesondere wenn man von einer geschlossenen Brücke im Kanal warten muss.

Über das "Sneekermeer" und weitere Kanäle fuhren wir bis nach Lemmer und fanden wieder einmal einen Liegeplatz in der Stadt.

 

 

 

Von Lemmer nach Amsterdam

 

Lemmer hat uns mit seinen vielen Hafenbecken, kleinen Strassen und dem zauberhaften Centrum über's Wochenende festgehalten. Am Montag den 19.06.2017 legten wir morgens früh ab, verabschiedeten uns von unseren holländischen Nachbarn, vor deren Grundstück am Kanal wir lagen, und deren Segelyacht sie außen an unserer festgemacht hatten, weil wir auf ihrem Stammplatz lagen. Nach einem kurzen Tankstopp ließen wir uns ganz langsam den Kanal zurück in Richtung Schleuse treiben. Der kaum vorhandene Wind schob uns mit einem Knoten.

Nachdem uns irgendwann die 'SY SUSE' überholt hatte, gingen wir gemeinsam durch die Schleuse ins Ijsselmeer. Auch hier war kaum Wind. Was wir auf Borkum zu viel hatten, hatten wir hier zu wenig. Trotzdem haben wir mal alle Segel gesetzt. Groß, Besan und Rollgenua strahlten in der Sonne. Der schwache Wind schaffte es tatsächlich die Segel zu füllen und mit einem 60° Winkel zum Wind segelten wir mit 2-3 Knoten unter Wind-Selbststeueranlge quer über das Ijsselmeer in Richtung Enkhuizen, wo wir durch eine Schleuse mussten um den Mitteldamm, der das Ijsselmeer vom Markermeer trennt, zu queren. Leider schlief kurz vor Enkhuizen der Wind komplett ein. Von da an mussten wir den Rest der Strecke motoren. 

 

 

 

 

 

 

Abends erreichten wir dann die Einfahrt und die Schleuse nach Amsterdam. Quer durch die Stadt fuhren wir noch bis in die 'Amsterdam Marina' die wir spät abends erreichten. Die Marina liegt sehr zentral. Von hier aus können wir bequem mit dem Fahrrad, oder aber auch mit dem Schlauchboot, die Stadt erreichen. Dafür ist es wohl auch der teuerste Liegeplatz den man hier finden konnte. Wir sind gespannt.